Ivo Schneiter
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Ivo Schneiter

Ivo Schneiter ist nicht nur ein erfolgreicher Skater sonder auch ein GummiLove Ambassador und das zurrecht. Schon mit HIV geboren erzählt uns Ivo aus seinem Leben als Skateboarder und wie er mit seiner Krankheit lebt.

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„Hallo Ivo, danke dass du dir Zeit nimmst mit uns ein bisschen zu plaudern. Erzähl uns doch etwas über deine Kindheit. Wieso hast du angefangen zu Skaten? Was waren deine grössten Wünsche? Wie bist du mit deiner Krankheit umgegangen und was hat sich bezüglich HIV im Laufe der Jahre verändert?“

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„Ich war ein sehr zurückhaltendes Kind. Natürlich hat mich die Krankheit geprägt. Ich hatte ständige Ups and Downs, hatte oft Nebenwirkungen von den Medikamenten und musste jeden Freitag ins Spital. Die Medizin hat sich im Laufe der Jahre jedoch sehr verändert. Seit 13 Jahren fühle ich mich ununterbrochen gut ohne grosse Einschränkungen und das HI- Virus ist auch nicht mehr im Blut nachweisbar. Früher war das alles ein bisschen komplizierter. Ich musste 6 Tabletten am Morgen nehmen und 5 am Mittag und wieder 6 am Abend und das immer während dem Essen. Ihr könnt euch ja vorstellen wie anstrengend das ist als Teenager immer regelmässig zu Essen. Heute habe ich nur noch 3 Tabletten am Morgen und 3 am Abend, somit muss ich am Mittag nicht rumstressen, um etwas zum Beissen zu finden, was als Skateboarder auf Touren sehr vorteilhaft ist.

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Mit 4 Jahren bekam ich von meinem Vater ein „hooger booger“ Skateboard. Klar ist man als Kind immer von verschiedenen Dingen abgelenkt, aber ich kam immer wieder aufs Skateboarden zurück. Ich war gerade mal 7 Jahre alt, als dann mein Vater an AIDS starb. Das prägte mich sehr und mein Skateboard wurde so zu meinem ewigen Begleiter.

Diese Erfahrung öffnete mir die Tür zur Skaterszene. Meine Skate skills sind immer besser geworden und ich travellte von Contest zu Contest. Es machte mir sehr viel Spass, mich mit neuen Leuten zu treffen und mein Skateboarden zu verbessern. Das schöne am Skaten ist, dass man nie ausgelernt hat. Wenn man ein bisschen kreativ ist, kann man immer wieder was Neues machen oder besser gesagt probieren bis man es kann.

Neben all dem absolvierte ich noch meine Berufslehre als Montageelektriker, welche 3 Jahre dauerte. Ich arbeitete danach noch 2 Jahre auf dem Beruf bevor ich mit meinem Skateboard um die Welt reiste.

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In den letzten 2,5 Jahren bin ich viel um die Welt gekommen. Ich war in Städten wie Tokio, Hongkong, Shanghai, Sydney, Melbourne, L.A, San Diego und San Francisco. Jede Stadt war eine Erfahrung für sich. Dabei traf ich Menschen mit verschiedenen Mentalitäten aber der gleichen  Passion, das Skaten. Mein absoluter Favorit ist jedoch Australien. Ich gehe jeden Winter Minimum 2-3 Monate. Mittlerweile habe ich dort mein zweites Zuhause aufgebaut. Die „SHFC“ Super Happy Fun Crew ist wie meine Familie. Wenn ich in Australien bin machen wir viele Trips, da komme ich viel herum, einfach nur Happy Time for Happy Ivo.

Dies alles hat mir geholfen mein Leben zu leben, nicht die Krankheit. Trotz all den guten Erfahrungen die ich gemacht habe, gab es auch Situationen in meinem Leben bei denen ich nur noch an einem seidenen Faden gehangen habe. Vor allem als Kind haben mich die Ärzte zum teil schon fast aufgegeben. HIV ist immer noch eine unheilbare Krankheit und manchmal reagieren die Leute die es wissen eher komisch, anstatt dass sie mich darauf Ansprechen. Das finde ich schade, ich habe nämlich überhaupt kein Problem darüber zu sprechen und  ich bin  offen für eine  Konversation mit  anderen Menschen.
Ich hatte das Glück als kleiner Junge ein Skateboard in die Hand gedrückt zu bekommen. Es hinterliess mir damals schon ein Gefühl der Freiheit, der unbegrenzten Möglichkeiten und tut es immer noch. Mein Skateboard hat mich durch mein Leben begleitet oder besser gesagt geleitet. Egal wo du bist auf der Welt oder was du gerade machst, der Moment in dem du dich befindest ist wichtig.

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Foto: Lukas Maeder Text: Marlena Valentin

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